Fukushima: Behälter mit radioaktivem Wasser sollen jetzt in den Pazifik entleert werden | AntiAtomFreiburg

Fukushima: Behälter mit radioaktivem Wasser sollen jetzt in den Pazifik entleert werden

Wassertanks

Tokio (LiZ). Wegen Platzmangels können keine neuen Behälter für radioaktiv kontaminiertes Kühlwasser aus den Ruinen der drei von der Kernschmelze zerstörten Reaktoren des AKW Fukushima Daiichi mehr aufgestellt werden. Daher hat die japanische Atomaufsicht NRA nun zugestimmt, daß über eine Million Tonnen des in Behältern gelagerten Kühlwassers in den Pazifik entleert wird.

Dieses radioaktiv kontaminierte Kühlwasser ist trotz Versuchen, es mit Filtern von radioaktiven Partikeln zu reinigen, stark mit Tritium, radioaktivem Wasserstoff, belastet. Mit diesen rund 1.000.000 Kubikmeter Kühlwasser würde nun an einem einzigen Ort das 42.000-Fache der Menge an Radioaktivität in den Pazifik entleert, die pro Jahr von allen japanischen Atomkraftwerken zusammen zu Zeiten ihres Betriebs ins Meereswasser abgeleitet wurde.

Rund 200 Tonnen Wasser müssen nach wie vor zur Kühlung in die Ruinen des AKW Fukushima Daiichi geleitet werden. Ein Teil verdampft, ein Teil versickert ins Grundwasser, der größte Teil jedoch muß herausgepumpt und in Behälter gefüllt werden. Schon einmal wurde - im April 2011 - radioaktiv belastetes Kühlwasser in den Pazifik entleert. Es kam zu heftigen Protesten der Fischfang-Branche in den benachbarten Ländern Südkorea, China und Rußland. Doch auch nachdem diese direkte Einleitung gestoppt wurde, floß ins Grundwasser durchgesickertes radioaktiv kontaminiertes Wasser weiterhin in den Pazifik.

Das krebserregende Potential von Tritium ist nach wie vor in der Wissenschaft umstritten. Ein Beta-Strahler wie Tritium kann die menschliche Haut nicht durchdringen. Kommt Tritium jedoch durch die Atmung oder durch die Nahrung in den menschlichen Organismus, kann die radioaktive Strahlung in den Zellen massive Schäden hervorrufen. Tritium kann ähnlich wie es bei Cäsium-137 und Stontium-90 der Fall ist, in den Zellen eingebaut werden - im Falle des Tritiums sogar in der DNA. Eine wissenschaftliche Untersuchung im Auftrag der EU-Kommission kam 2007 zu dem Ergebnis, daß die krebsauslösende Wirkung von Tritium bis dahin um den Faktor 1000 bis 5000 unterschätzt wurde.

Quelle: www.linkszeitung.de/akwjap180112liz.html

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