AKW Neckarwestheim ist Schrott | Untersteller gewährleistet Weiterbetrieb

AKW Neckarwestheim

In Reaktorblock II des AKW Neckarwestheim wurden an mehreren Rohren in zwei Dampf­erzeugern "rissartige Wanddicken­schwächungen" festgestellt. Bei den Dampferzeugern handelt es sich um sicherheitsrelevante Bauteile, deren Ausfall zum Super-GAU führen kann. Dennoch bestätigte der pseudo-grüne Atom-Minister Franz Untersteller die Betriebsgenehmigung. Die "grün-schwarze" Landesregierung unter dem pseudo-grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann gewährleistet so den Weiterbetrieb des Schrott-AKW.

Schon seit Jahren warnen unabhängige ExpertInnen vor den Gefahren der Materialermüdung infolge des Neutronenbeschusses, der aus der im Reaktordruckbehälter ablaufenden Kernspaltung resultiert. Im Jahr 2010 hatte der österreichische Werkstoffphysiker Professor Wolfgang Kromp vor der unterschätzten Versprödung des Stahls der Reaktordruckbehälter gewarnt. Diese Behälter, in denen sich die Brennstäbe mit Uran befinden, müssen hohen Drücken und Temperaturen und - im Falle der Schnellabschaltung - Temperaturschocks standhalten können. Ebenso wie unvermeidbare Kohlenstoff-Einschlüsse im Stahl nach jahrelangem radioaktivem Beschuß zu Rißbildungen führen, ist dies auch bei Beton der Fall. Beton enthält aufgrund unvermeidbarer Verbrennungsrückstände das chemische Element Stickstoff. Dieses kann durch radioaktive Strahlung in radioaktiven Kohlenstoff-14 umwandelt werden. Immer häufiger wurde in den vergangenen Jahren die Entdeckung von Rissen in alten Reaktordruckbehältern und anderen sicherheitsrelevanten Anlagenteilen publik.

Nach Ansicht unabhängiger ExpertInnen müßte beim AKW Neckarwestheim nach den aktuellen Entdeckungen ein "Totalschaden" diagnostiziert werden. Die mangelhaften Rohre im Dampferzeuger müssen Temperaturen von über 300 Grad und einem Druck von bis zu 150 Bar standhalten können. Im Falle einer Reaktorschnellabschaltung ist die Belastung durch Temperaturschock nochmals höher. Und auch nach einer Schnellabschaltung ist das Risiko eines Super-GAU aufgrund der sogenannten Nachzerfallswärme noch für viele Tage keineswegs gebannt.

Wie heute bekannt wurde, darf das AKW Neckarwestheim trotz des enormen Risikos nach Vorlage eines "Sanierungskonzeptes" des Strom-Konzerns und AKW-Betreibers EnBW wieder ans Netz gehen. Hier stellt sich die Frage, ob die baden-württembergische Landesregierung - analog zum Abhängigkeitsverhältnis zwischen Macron-Regierung und EdF - als ausführendes Organ des Konzerns EnBW angesehen werden muß.

EnBW hatte zunächst behauptet, die Wandstärke der mangelhaften Rohre in den Dampferzeugern sei "immer noch ausreichend". Danach bestätigte das baden-württembergische Atom-Ministerium, daß "ausreichende Wanddicken" nachgewiesen seien. Da die Ursache für die Mängel an den Rohren jedoch noch nicht gefunden sei und weitere Sachverständige hinzugezogen werden müßten, kann das angekündigte "umfassende Sanierungskonzept" offenbar noch gar nicht erarbeitet werden. Doch ein solches - zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch fiktives - "Sanierungskonzept" dient nun als Begründung für die Genehmigung des Weiterbetriebs. Provisorisch sollen nun erst mal die mangelhaften Rohre durch Stopfen verschlossen werden.

Die Anti-Atom-Bewegung im Raum Heilbronn-Stuttgart sieht sich durch die entdeckten Risse und die offiziellen Verlautbarungen in ihrem Widerstand bestätigt. Franz Wagner, Sprecher der 'Arbeitsgemeinschaft Atomerbe Neckarwestheim' sagte: "Die sofortige Stilllegung wäre besser."

Mit dem Versprechen eines Atom-Ausstiegs im Sommer 2011 ist ein fiktiver Stilllegungs-Termin des AKW Neckarwestheim verbunden. Nachdem jedoch in Europa bereits mehrmals in der Vergangenheit solche Versprechen gebrochen wurden, besteht derzeit kein Grund zur Hoffnung, daß das AKW Neckarwestheim am 31. Dezember 2022 stillgelegt wird.

Die versprochenen weiteren 7 Schritte bis zum Atom-Ausstieg wären:
Philippsburg II - 31.12.2019
Brokdorf - 31.12.2021
Grohnde - 31.12.2021
Gundremmingen C - 31.12.2021
Emsland - 31.12.2022
Isar II - 31.12.2022
und
Neckarwestheim II - 31.12.2022

Quelle: www.linkszeitung.de

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